Nachbarschafts- oder Haushaltshilfen können pflegebedürftige Menschen ab Pflegegrad 1 unterstützen, so lange wie möglich zuhause zu wohnen und am sozialen Leben teilzunehmen. Sie entlasten damit auch pflegende An- und Zugehörige.
Diese Alltagshilfe kann mit Mitteln aus der Pflegeversicherung bezuschusst werden.
Pflegebedürftige Menschen erhalten die benötigte Hilfe bei alltäglichen Tätigkeiten meist von pflegenden An- und Zugehörigen.
Nachbarschaftshilfen sind freiwillige Helferinnen und Helfer, die Bekannte und Freunde mit Pflegegrad unterstützen und dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten. Haushalts- und Betreuungshilfen unterstützen dagegen im Rahmen eines Arbeitsvertrags (z.B. Minijob).
Beide kommen zu den pflegebedürftigen Menschen nach Hause und helfen je nach Bedarf, zum Beispiel beim Reinigen der Wohnung, beim Einkaufen, leisten Gesellschaft oder begleiten zum Arzt. Dabei suchen Pflegebedürftige oder ihre An- und Zugehörigen in eigener Initiative eine geeignete Helferin oder einen geeigneten Helfer ihres Vertrauens, denn es findet leider keine Vermittlung und keine Zuverlässigkeitsprüfung durch die Servicestelle Nachbarschaftshilfe statt!
Wenn sich die Nachbarschafts- oder Haushalts- und Betreuungshilfen gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person bei der Servicestelle Nachbarschaftshilfe „registriert“ haben, können bis zu 131 Euro pro Monat aus dem so genannten Entlastungsbetrag (§ 45b SGB XI) erstattet werden. Außerdem erhalten registrierte Nachbarschaftshelferinnen und -helfer kostenfreie Schulungsangebote.
Für die Registrierung gibt es bestimmte Bedingungen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, erhält die Nachbarschafts- oder Haushaltshilfe nach Prüfung eine „Registrierungsbestätigung“. Diese gibt sie weiter an die pflegebedürftige Person. Die pflegebedürftige Person kann damit bei der Pflegekasse die Erstattung der Auslagen beantragen und dort auch alle weiteren Fragen zur Abrechnung klären.
Wichtig: Falls bereits ein Pflegedienst unterstützt, sollte bei der Pflegekasse nachgefragt werden, ob der Entlastungsbetrag noch in voller Höhe verfügbar ist.
Mögliche Tätigkeiten von Nachbarschafts- oder Haushaltshilfen:
- Hilfe im Haushalt (Unterstützung beim Reinigen der Wohnung, Wäsche waschen, Kochen, Blumen gießen, Einkaufen…)
- Begleitung zu Ausflügen, Arztbesuchen, Einkäufen …
- Gesellschaft leisten (Spazieren gehen, Vorlesen, Spielen, Zuhören …)
- Unterstützung bei Schriftverkehr und Post
- Beschäftigung pflegebedürftiger Kinder
Die pflegebedürftige und die helfende Person besprechen und entscheiden bei der Nachbarschaftshilfe gemeinsam, was benötigt wird und welche Hilfe angemessen und machbar ist. Bei der angestellten Haushaltshilfe wird dies vertraglich zwischen der pflegebedürftigen Person als Arbeitgeber/in und der angestellten Haushaltshilfe geregelt.
Achtung: Nachbarschafts- und Haushaltshilfen bieten keine Grund- und Behandlungspflege und keine reinen Fahrdienste!
Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse und auch der Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe hilft gerne weiter – kostenlos und unabhängig.